Felix Philipp Ingold

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Geheimes Gedicht

Im grünen Gras spaziert eine Amsel.
Meine Liebste gehört einem andern.
Die Elstern haben versucht, ein Nest zu bauen.
Meine Liebste gehört einem andern.
Die Bäume entfalten die Blätter.
Meine Liebste gehört einem andern.
Auf der Straße fährt ein gepanzertes Auto.
Meine Liebste gehört einem andern.
Ich berühre den Staubsauger wie eine Geliebte.
Meine Liebste gehört einem andern.
In den Büchern nistet der Staub.
Ich höre das Violinconzert von Antonín Dvořák
mit der berühmten Kadenz von David Oistrach,
Doch meine Liebste gehört einem andern.
Meine Liebste gehört einem andern.
In der Kneipe nebenan lärmen die Fans.
Meine Liebste gehört einem andern.
Im Radio erzählt ein Schwuler von Drogen.
Meine Liebste gehört einem andern.
Die Uhr schlägt acht.
Meine Liebste gehört einem andern.
Ich werde jetzt fernsehen gehen.
Doch meine Liebste gehört einem andern.
Der Schwule sagt: Zigaretten sind mir geblieben und Sex.
Meine Liebste gehört einem andern.
Ich werd mich nicht waschen, rasieren, nicht ausgehn.
Denn meine Liebste gehört einem andern.
Durch meine schlaflose Nacht geistert ein Satz:
Meine Liebste gehört einem andern.

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Vorwort von Alexander Nitzberg

Es ist ein Buch der Aussöhnung: Einzelteile bedingen einander im gemeinsamen Streben, Figur zu werden, sprich: einzugehen in den einenden Sinn. Die Fülle des Sinns erscheint nicht mitteilbar: Die Farbe Schwarz, das Fehlen von Farbe. Erscheint nicht mitteilbar, aber erscheint: Als Schatten, als Abglanz, als Negativ. Als apophatische Doppelverneinung.
 

Sie kleidet sich in primäre Formen: Den Kreis, das Quadrat, den Spiegel, den Stein. Und jede deutet. Über sich. Hinaus, ins Manifeste, zur Zerstreuung. Zur Sammlung, ins Vorexistente, hinein. Von Metamorphose zu Metamorphose. Der Kreis sucht den Zwang seiner Quadratur, das Quadrat die Freiheit des immanenten Zirkels.
 

Dabei bildet das weiß keine Antithese zum Schwarz, eher dessen Ahnung: Es trägt im Inneren das eigene Verhülltsein. Die Nacht, die älter ist als das Licht. Es ist ein Buch der Aussöhnung. Denn das Verhülltsein saugt alles auf. Durchzieht selbst die Fasern des Papiers, welches auf einmal nicht Auf- fangfläche, sondern ausgeleuchteter Freiraum wird: Für die alles erfüllende Tinte.
 

Alexander Nitzberg
Wien, November 2010

 

 

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Zweimal 33 Gedichte

ISBN 978-3-939511-68-7
Buch mit Audio CD (Autorenlesung)
76 Seiten,  Laufzeit der CD 41:30 Min
22,80 € (D) / 29,80 sFR (CH) / 23,80 € (A)


Die typografische Inszenierung der Texte der schwarzen Quadrate besorgte Theo Leuthold in Zusammenarbeit mit Felix Philipp Ingold; die verwendete Schrift ist die Avenir von Adrian Frutiger. Leuthold arbeitet als typografischer Gestalter und Dozent für Typografie in Zürich.

 

 

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Felix Philipp Ingold

arbeitet – nach langjähriger Lehr- und Forschungstätigkeit – als Schriftsteller, Publizist und Übersetzer in Zürich und Romain-môtier;
für seine literarischen Bemühungen erhielt er u.a. den Petrarca-Preis für Übersetzung, den Ernst-Jandl-Preis für Lyrik, den Großen Berner Literaturpreis, den Manuskripte-Preis, den Erlanger-Preis für Poesie als Übersetzung.
Zu seinen jüngsten Publikationen gehören die Bände „Tagesform“ (Gedichte, 2007), „Gegengabe“ (Prosa und Poesie, 2009), „Faszination des Fremden“ (Essay, 2009), „Apropollinaire“ (Gedichte und Kommentare, zusammen mit Stanley Chapman, 2008).

 

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Vorwort von Alexander Nitzberg

Heinz Czechowskis Gedichte, diese Bittermandeln! Nicht von ungefähr wurde er einst liebevoll »DDR-Trakl« genannt. Jeder Vers, jeder Band spielt mit der Möglichkeit, sein letzter zu sein. Jedes Wort will ihn, den Lyriker, noch tiefer in die deutsche Dichtung einmeißeln, mit ihrem Schicksal verbinden. Zeiten, Orte, Personen sind seine ständigen Gesprächspartner. Und wenn Gottfried Benn sagt: »Der große Dichter aber ist ein großer Realist, sehr nahe allen Wirklichkeiten ? er belädt sich mit Wirklichkeiten, er ist sehr irdisch, eine Zikade, nach der Sage aus der Erde geboren, das athenische Insekt«, dann trifft dies ganz besonders auf Czechowski zu. Nicht ohne Grund mißtraut er der verschraubten, ungeerdeten Metapher. Seine Bilder haben stets harten Boden unter den Füßen. Doch wäre es eine Täuschung, darin nur eine Form von Naturalismus zu sehen. Czechowski bildet die Wirklichkeit nicht ab. Das Geschichtliche, Biographische und Literarische sind sein Material. Die Dokumentation Tarnung. Dahinter aber entfaltet sich der alte Mythos: vom Ausgesetzten »auf den Bergen des Herzens«, vom »Einsamen unterm Sternenzelt«, vom »Dichter in dürftiger Zeit«.

Düsseldorf, März 2006

 

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