Heinz Czechowski

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit, sed diam nonummy nibh euismod tincidunt ut laoreet dolore magna aliquam erat volutpat.

Upload Image...

 

Geheimes Gedicht

Im grünen Gras spaziert eine Amsel.
Meine Liebste gehört einem andern.
Die Elstern haben versucht, ein Nest zu bauen.
Meine Liebste gehört einem andern.
Die Bäume entfalten die Blätter.
Meine Liebste gehört einem andern.
Auf der Straße fährt ein gepanzertes Auto.
Meine Liebste gehört einem andern.
Ich berühre den Staubsauger wie eine Geliebte.
Meine Liebste gehört einem andern.
In den Büchern nistet der Staub.
Ich höre das Violinconzert von Antonín Dvořák
mit der berühmten Kadenz von David Oistrach,
Doch meine Liebste gehört einem andern.
Meine Liebste gehört einem andern.
In der Kneipe nebenan lärmen die Fans.
Meine Liebste gehört einem andern.
Im Radio erzählt ein Schwuler von Drogen.
Meine Liebste gehört einem andern.
Die Uhr schlägt acht.
Meine Liebste gehört einem andern.
Ich werde jetzt fernsehen gehen.
Doch meine Liebste gehört einem andern.
Der Schwule sagt: Zigaretten sind mir geblieben und Sex.
Meine Liebste gehört einem andern.
Ich werd mich nicht waschen, rasieren, nicht ausgehn.
Denn meine Liebste gehört einem andern.
Durch meine schlaflose Nacht geistert ein Satz:
Meine Liebste gehört einem andern.

Upload Image...

 

Weihnachtsmorgen 1945

Die Sonne kam nicht
Zum Vorschein. Hinter dem Winterwald
Stand der Nebel. Das Reh
Am Waldrand weckte
Den Hunger unsrer Begierde

 

Upload Image...

Geheilt

In Turin
Bin ich beim Wunderheiler gewesen.

Meine Krankheiten
Waren ihm schon bekannt.

Als ich ging
War ich von allen Wundern

Geheilt. 

Upload Image...

 

Zu Mickel

Am Ende, das weiß man,
Bleibt gar nichts. Oder doch?
Uns überdauerten
Die Mauern und
Die Gewölbe: Frauenkirche.

Ich bin gefahren, 
Um sie wiederzusehn: Drei
Strafmandate. Dann sah ich,
Mitten im Sand,
Die geklonte Kuh. Das also

Ist sie, dachte ich mir, die ich 
Als Kind sah, mitten 
Im kalten Winter, das
Ist sie nicht!! sagte ich mir,
Inmitten der Stadt:

Industrieziegeldächer
Auf Cosels Palais, Steigenberger
Läßt grüßen …  Auch der Zwinger:
Die Steine
Zehnfach erneuert, gemetzt.

Am Ende, das weiß man,
Bleibt nichts. Wie Tiere
Gehen die Berge
Neben dem Fluß. …

 

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit, sed diam nonummy nibh euismod tincidunt ut laoreet dolore magna aliquam erat volutpat.

Upload Image...

 

Heinz Czechowski,

(* 7. Februar 1935 in Dresden), Gestorben am 21. Oktober 2009, Frankfurt am Main. Gründungsmitglied der Freien Akademie der Künste zu Leipzig. lebt in Frankfurt a.Main. Er studierte 1958 bis 1961 am Institut für Literatur »Johannes R. Becher« in Leipzig, wo er stark von Georg Maurer (Sächsische Dichterschule) beeinflusst wurde. 1957 wurden erste Gedichte in der Zeitschrift »Neue deutsche Literatur« veröffentlicht. 1961 bis 1965 war er Lektor beim Mitteldeutschen Verlag in Halle (Saale). und 1971 bis 1973 Dramaturg an den Bühnen der Stadt Magdeburg. Seitdem lebt er als freier Schriftsteller. 
Zahlreiche Veröffentlichungen und Preise.

 

Upload Image...

 

Vorwort von Alexander Nitzberg

Heinz Czechowskis Gedichte, diese Bittermandeln! Nicht von ungefähr wurde er einst liebevoll »DDR-Trakl« genannt. Jeder Vers, jeder Band spielt mit der Möglichkeit, sein letzter zu sein. Jedes Wort will ihn, den Lyriker, noch tiefer in die deutsche Dichtung einmeißeln, mit ihrem Schicksal verbinden. Zeiten, Orte, Personen sind seine ständigen Gesprächspartner. Und wenn Gottfried Benn sagt: »Der große Dichter aber ist ein großer Realist, sehr nahe allen Wirklichkeiten ? er belädt sich mit Wirklichkeiten, er ist sehr irdisch, eine Zikade, nach der Sage aus der Erde geboren, das athenische Insekt«, dann trifft dies ganz besonders auf Czechowski zu. Nicht ohne Grund mißtraut er der verschraubten, ungeerdeten Metapher. Seine Bilder haben stets harten Boden unter den Füßen. Doch wäre es eine Täuschung, darin nur eine Form von Naturalismus zu sehen. Czechowski bildet die Wirklichkeit nicht ab. Das Geschichtliche, Biographische und Literarische sind sein Material. Die Dokumentation Tarnung. Dahinter aber entfaltet sich der alte Mythos: vom Ausgesetzten »auf den Bergen des Herzens«, vom »Einsamen unterm Sternenzelt«, vom »Dichter in dürftiger Zeit«.

Düsseldorf, März 2006

 

Upload Image...

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit, sed diam nonummy nibh euismod tincidunt ut laoreet dolore magna aliquam erat volutpat.

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit, sed diam nonummy nibh euismod tincidunt ut laoreet dolore magna aliquam erat volutpat.

Upload Image...

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit, sed diam nonummy nibh euismod tincidunt ut laoreet dolore magna aliquam erat volutpat.

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit, sed diam nonummy nibh euismod tincidunt ut laoreet dolore magna aliquam erat volutpat.

Upload Image...

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit, sed diam nonummy nibh euismod tincidunt ut laoreet dolore magna aliquam erat volutpat.

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit, sed diam nonummy nibh euismod tincidunt ut laoreet dolore magna aliquam erat volutpat.

Upload Image...