Standbild aus dem Video zu „kaka schena“, LP „ein nie“, 2020

Aktuelles Vinyl-Album von keit, ein nie,
ist erhältlich.

Nach der CD bidimetoloves aus dem Jahr 1996 und diversen darauffolgenden limitierten CD- sowie Streaming-Veröffentlichungen erscheint zum Sommer 2020 das Vinyl-Album ein nie. Wieder „sehr fein, dicht, filigran, präsent – kellerig knöterig regressiv stur stammeltriebig sysiphisch geheimniskrämerisch gedrückt, hoch aufgeladen – darf aber nicht aus seiner Haut“ (Joachim Rüsenberg, Autor, Musiker) und doch auch satyrhaft befreiend: 

Der unverwechselbare Sound (jenseits herkömmlicher Genrezuweisungen) also des Düsseldorfer Duos Klepsch und Grube; aber diesmal Song-affiner orientiert, durchgängiger in den Arrangements. Die Sprache dabei, der Gesang … tastet sich gewissermassen zu den dionysischen Ursprüngen des lautlichen Ausdrucks vor – zu einer onomatopoetischen Lyrik, zu einem Unwissbaren, das aber für jeden erfahrbar ist.

Jeder Schallplatte liegt ein Lyrics-Heft im DIN A 5 Format bei.

 

Axel Grube: drums, e-bass, clavinet, vocals
Detlef Klepsch: e-guitar, a-guitar, banjo, vocals, harp, synthesizer, recorder

All compositions by Axel Grube and Detlef Klepsch
Recorded by keit in 2018-2019 at keit-Studio, Düsseldorf, Germany

Mastered by Kai Blankenberg, Skyline-Tonfabrik, Düsseldorf, Germany
Scan + Design: Detlef Klepsch
© keit 2020 / LC 57541

Ab Sofort hier im shop zu bestellen.

Das erste Album: bidimetoloves

All songs and compositions by Detlef Klepsch and Axel Grube.
First edition produced by Axel Grube, Düsseldorf, Germany. Published by -keit records in 1996

Detlef Klepsch:
E – and acoustic guitar, banjo, harp, fuzz organ, percussion, vocal, electronic toy

Axel Grube:
E – and double bass, prepared piano, drums, percussion, vocal, clavinet 

Karl Bruckmaier, Süddeutsche Zeitung, 1997

Harald Heusner, Superstar Magazin, 1998

Hörproben – bidimetoloves

 modal rex
 twaihotte
 won da so alei
 stiebel
 cassieb
 langer hals

keit ist ein musikalisches Projekt, das von Axel Grube, Inhaber des Onomato Verlags und Detlef Klepsch, Musiker und Künstler, Anfang der 90er Jahre in Düsseldorf, Deutschland, ins Leben gerufen wurde. Die erste CD, produziert von Axel Grube, erschien im Jahre 1996 auf eigenem Label mit dem Titel „bidimetoloves“.
In den Jahren bis heute wurde die musikalische Zusammenarbeit aufrechterhalten und hat zu verschiedenen in limitierter Auflage produzierten Veröffentlichungen geführt.
Seit den 90ern hat sich „keit“ im Zuge der weiteren musikalischen Entwicklung stilistisch von Captain Beefheart entfernt und sich mehr und mehr eigene Ausdrucksformen erarbeitet. Bezeichnend hierfür sind weiterhin der aus Fantasietexten bestehende Gesang,die auf Improvisationen basierenden Tracks, das arrangierende Editing am Computer und das Aufbrechen traditioneller Pop- und Rocksongstrukturen.

Axel Grube hat bei Conny Plank ein Praktikum absolviert, war Mitinhaber eines Tonstudios, hat Anfang der 90er Jahre eine LP mit dem Titel „mentocome“ in Zusammenarbeit mit Rainer Rabowski (Autor und Gründer des Cassetten-Labels „Klar 80“) veröffentlicht und ist seit 1998 Inhaber des Onomato Verlags in Düsseldorf.

Detlef Klepsch hat den Meisterschülerbrief bei Professor Nam June Paik an der Kunstakademie Düsseldorf erhalten, ist seitdem als freiberuflicher Musiker und Künstler tätig. Während seines Studiums und danach hat er an mehreren Aktionen der Performance-Gruppe „minus delta t“ mitgewirkt und war als Gastgitarrist an deren LP-Produktion „Opera Death“ beteiligt.Seit 2019 ist er Co-Leiter des Neuen Kunstraum (NKR) in Düsseldorf.

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Rainer Rabowski, Autor, Freund des Hauses schrieb:

“Das heitere Verlorengehen, das glückliche Finden…
Zwei Musiker aus dem Umkreis – vielleicht eher der Peripherie – der D´dorfer Indie-/ Musik & KunstSzene…. betreiben: keit
Schon Anfang der 90´ger als Projekt der ´fröhlichen Wissenschaft´ gegründet, hat sich die Band viel Zeit gelassen, um in Prozessen der Lockerung und Loslösung von vorgegebenen Strukturen ihre eigen-artige Möglichkeit der Arbeit an der Form zu finden:
Es ist die Momentaufnahme, Zufall und Wendigkeit der Hellsicht, der uneigentliche , überraschende, impulsive Moment; es ist das Aufrauhte, Lebendige, augenblicklich ohne Gewißheit, der offene, nicht herleitbare, unausdenkbar gültige Moment, der sich den neuen Zusammenhang seiner Flüchtigkeit zu geben sucht: Der intuitive Moment – er ist schon der richtige.
– Und Samples, ausgelesene Muster daraus ergeben in ihren weit verzweigten Verdichtungen (möglicherweise erneut) Ausgangspunkte, Arrangements dieser Uneigentlichkeit. – 26, unauszählbare…… nicht anders erzählbare dieser Momente liegen hier vor.”

(…)

“… und hier kommt keit: Abfolgen meist kurzer Einheiten von Rhythmen und Riffs gibt es, und deren Zerfall, Melodien gibt es, Songs, sich spröde, ungelenk, ironisch sich gebende Ansätze und wieder auseinander genommene, über mehrere weiter aufgezogene Spannungsbögen von Songs, konzentrierte Momente aus Kraft und gerade noch zusammengehaltener Zerbrechlichkeit. Was auffällt, ist die Balance, das sichere Gespür für die Ökonomie der Setzungen: Eine Komposition aus dem Zusammen einmal anderswo spontan entstandener Teile, von denen jeder aber ein Gleichgewicht, Leichtigkeit und immer gerade das optimale Minimum der Instrumentierung behält, und die besteht tatsächlich (wenn auch nur aus Gitarre, Bass, Perkussion, “Gesang”) aus einem immensen Variantenreichtum der Stimmen.

Gefragt ist also wieder Unterscheidungsvermögen. Hier heißen die Stücke “eggotisters”, “stiebel” und “wud eled”. So meidet man Zuschreibungen und entkommt ihnen natürlich nicht. (Schon keit als verwaistes Suffix deutet auf ein gewisses Halbes, einen Grundstamm eines Verallgemeinerbaren von Entsemantierungen und Uneindeutigkeit. In einer Zurückhaltung, womöglich Ausflucht vor der Verbindlichkeit (auch die “Gesangsstimmen” üben sich in einer Krypto- oder fern ans Dada erinnernden Lautsprache (die aber hier ihren Demonstrativ-Charakter hinter sich gelassen hat: Jeder Stimmlaut dient wieder dem “Gefühlston” des Songs), suchen die Stücke- benutzen sie auch Strukturelemente des Rock-Songs und eben deren Zitationen – sich der Geläufigkeit ihrer Formalebene zu entziehen (ihres “Codes”, einer “Sprache”, die dann eben in ihrem Versuch der verbalen Formulierung ohne zahlreiche Parenthesen nicht auskommt).

Dem entspricht ein Bestreben des genauen, momentweise glückhaften, gültigen Findens (Improvisation); es ist eines an einer Art heterogener Rand des Vorläufigen von Anklängen und Sound, vielfältig, vereinzelt und verzweigt in Lyrismen und Atonalem und Momenten von Chaos-Konkretionen; Da ist ein versucht Unfertiges, etwas von “Meta” aber ohne “Diskurs”, in seinen Ensembles ein Moment von Intelligibilität in vielleicht einer alten Vorliebe oder einem Verhaftetsein, die hinter ihren Grad von Wissen zurückwollen: Es ist zuletzt tatsächlich wieder ein Spiel, das in vielen Zeichen in seinen Operationen ihre Ausdrücklichkeiten zu nehmen versucht, etwas in ihnen Gewußtes zu vergessen, einen Freiraum von Selbstverständlichkeit wieder zu gewinnen;da ist etwas vom Charme des Disparaten, aus Bruchstücken der Unvereinbarkeit, die sich unversehens aufschwingen können zu ihren höchsten Tönen, bis zum Grad ihres Kollabierens mit dem Zusammenhang: unkenntlich genug kleine Verwandlungen, Zwischen-Zeilen-Interlinear-Versionen… und alles bleibt eigentlich ganz einfach.

Und diese Stärke, ihr augenblickliches Gelingen, ist dann eben doch manchmal diese Schwäche: Die Musik, in einer gelungenen Balance auf ihrer Ebene, er/findet, definiert auch ihre eigene Disziplinierung – ein offener Ausgang, er sagt sich selbst voraus. So finden sich auch, wenn die Fraglichkeit gleichsam durch ihr Vermögen gegangen ist, die Gewißheiten wieder ein, sie streifen nunmehr die Leichtfertigkeit ihres Begreifens, daß und wie jede Idee schon ihr anderes Erfassen ist und reichen nicht weit genug ins tatsächlich Unverstandene hinaus, dahin wovon jegliches (Voraus)Wissen, alles Entsemantisierte immer auch verloren bleibt und tatsächlich unsagbar wird.”

Kurzmusiken und Klangstücke

Einige Klangstücke und Kurzmusiken aus der langjährigen Arbeit von von keit (Detlef Klepsch und Axel Grube) und mentocome (Rainer Rabowski und Axel Grube), die auf einigen Hörbüchern des onomato verlags Verwendung fanden.