Blog: https://alfredwerke.wordpress.com.          Foto:  © D. Höpfner

Schriftstellerin – Autorin – Vorleserin

Bettie I. Alfred wurde in den 70er Jahren als Iris Andrea Niedermeyer in der Mainzer Uniklinik geboren. Sie zog dann vom Steinhaus auf dem Dorf, in eine Berliner Neubausiedlung an der Autobahn. Später, als man sie auf ein musisches Gymnasium katapultierte, zog sie in die Innenstadt in einen feudalen Altbau. Mit der mittleren Reife verliess sie jenes Gymnasium um eine pädagogische Ausbildung zu absolvieren. Die kreative enorm inspirierende Arbeit mit Flüchtlingskindern aus Kriegsgebieten, führte in den 90er Jahren zu mehreren Aufführungen in Berliner Wohnheimen, die Frau Alfred schließlich dazu brachten einem lange gehegten Wunsch, nämlich dem nach einer Bühnenkarriere, Raum zu geben. Sie begann eine Schauspielausbildung und schrieb parallel dazu alles auf, was ihr auf der Seele und somit am Herzen lag. Im Scheinwerferlicht, fiel ihr das Denken dann zusehends schwer, am Schreibtisch so gar nicht. In den 2000er Jahren stand sie dann trotzdem viel auf Bühnen und las von dort aus wankelmütig ihre sogenannte Hohlraumprosa vor.

Nach der Abwendung von der „Lesebühne“ wandte sie sich der klassischen Schriftsteller*innentätigkeit (sitzen, denken, schreiben) zu. Sie schrieb, und schreibt täglich an ihrer Hohlraumprosa (inzwischen sind es um die 1800 Seiten) und ansonsten an ihrem Roman „Wie ein Komma im Ablaichsubstrat“ (Ausschnitte daraus las sie bereits 2007 in einer Radiosendung vor, in der sie einmal versehentlich zu Gast gewesen ist).

Die Anwesenheit einer meist tragikomischen Gefühlswelt bildet die Grundlage für Frau Alfreds Schaffen. Mit der Entdeckung des Hörspiels (eine Art Theater am Schreibtisch) als künstlerische Form im Jahre 2017, fand sie einen idealen Weg das Schreiben mit dem Drang zu spielen zu verbinden. 
Neben dem genannten Roman schrieb sie ein Drehbuch zu einem Psychodrama namens Weißzone, etliche Hörspiele, die meisten inzwischen realisiert und erfolgreich gesendet (darunter die Zauderwut, die es sogar zum Hörspiel des Monats schaffte, und vom RBB für den 70. Hörspielpreis der Kriegsblinden vorgeschlagen wurde), komische Essays, lange und kurze Geschichten sowie einige Seiten düsterste Schwarzweisslyrik, die sie mit ihrer Lieblingsschreibmaschine einer Reiseschreibmaschine namens „underwood 315“, meist bei schlechtem Wetter, verfasst. 
Im Jahr 2021 erhielt sie ein Stipendium der Akademie der Künste im Bereich Hörspiel. Momentan schreibt sie dank eines weiteren Stipendiums, diesmal der VG Wort, an ihrem noch unvollendeten Roman.

Hörspielmacherin

Seit 2017 macht Frau Alfred zur täglichen Schreibarbeit auch noch Hörspiele (schreiben, aufnehmen, vertonen, schneiden, bearbeiten, vermarkten). 

 

Ab 20. Juli als Hörbuch erhältlich

Text, Regie, Ton und Technik: Bettie I. Alfred
Länge: 35:20 min
Sprecher*In: Bettie I. Alfred, Christoph Theussl
Spieluhrkomposition zu Beginn und am Ende: Bettie I. Alfred
vergangene Sendetermine: 12. November 2018, MDR Kultur
                                              21.Juli 2021, WDR3

19,80  inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

In diesem Hörspiel geht es um einen Mann und eine Frau. Ein Paar vielleicht? Man weiß es nicht so genau. Sie reden miteinander und reden doch nicht miteinander. Sie reden gegeneinander und aneinander vorbei. Was wollen sie voneinander? Sie sind zusammen allein. Nichts ganz, denn es gibt auch einen Hund. Bei einer möglichen Trennung stellt sich die Frage: Wer braucht ihn mehr? Wer kann für ihn sorgen? Wer liebt ihn mehr?
Das Haus in dem man sitzt, ist wackelig, es steht im Lärm. Um es herum wabert eine diffuse Welt. Manchmal explodiert etwas. Die Stimmung schwankt. Alles schwankt. Andauernd. Es gibt Momente des Friedens und der großen Krise. Zusammen allein und jeder für sich, man ist monotrop im Hier und Jetzt.
Die Jahre vergehen, es passiert alles und nichts. Man wartet auf gegenseitig auf sich. Der Hund dann tot, ein Mord? … und doch wieder nur das Nichts.

Bine und Frankie leben aneinander vorbei in einem ewigen Kreislauf. Erst mit Hund, dann ohne Kind. Das Haus ist wackelig, es steht im Lärm. Um es herum wabert eine diffuse Welt. Manchmal explodiert etwas. Alles schwankt. Die Jahre vergehen, es passiert alles, eine neue Frau, der Hund stirbt, ein Mord. Und doch passiert nichts. Ein Irrsinn im besten Bekettschen Sinn, indem nichts mehr richtig tickt. Was bleibt, sind Widerspruch, Irritation, erschreckende Komik und anziehende Verstörung.

Den Dialog schrieb ich einmal vor vielen Jahren in einer Krisensituation. Ich musste meine Kindheit und die Geschichte meiner Eltern, die sich trennten, als ich zwei Jahre alt war, verarbeiten. Nebenher interessierten mich aber auch die „Zusammen-allein-Zustände“ von Personen. Und die Nähe statt zum Menschen zu einem Tier. Und die Schutzräume. Ein Haus entstand, das jedoch überall Ritzen hatte und somit niemals das Draußen auch draußen lassen kann. Immerzu kommt im Stück etwas in Schwingung und erstarrt dann wieder. Wie wir Menschen. Es geht auf und ab. Immerzu. Man starrt in die Vergangenheit und auf die Zukunft und dabei merkt man nicht, was Zusammensein eigentlich bedeutet.

Bettie I. Alfred

© Fundstück, Bettie I. Alfred

Das Leben ein Fest. Ein Hördrama von Bettie I. Alfred. Kurze Vorstellung von Bettie I. Alfred

Eine kurze Darstellung von Bettie I. Alfred zu: »Das Leben – ein Fest«

 Hörprobe aus: Das Leben – Ein Fest

Aus dem Leipziger Tageblatt:
„Gibt es überhaupt sinnvolle Dinge? Oder ist sowieso alles, was man tut, gleich sinnlos?“ Und steuert „der sinnsuchende Mensch unweigerlich in die Katastrophe der Sinnlosigkeit hinein?“ Jedenfalls hat es für die Hörspielmacherin Bettie I. Alfred am Ende doch Sinn ergeben, sich diese Fragen zu stellen. Die Jury hat ihr existenzialistisches Drama „Das Leben – ein Fest“ am Sonntagabend zum „Besten Langhörspiel“ gekürt. Eine wunderbar deprimierende Reflexion über die Gleichförmigkeit des Lebens am Beispiel eines Pärchens mit Hund. Die Jahre vergehen in Alfreds fiktivem Spiel, und die Liebenden Bine und Frenky bemerken es kaum.

Aus der Jurybegründung des Hörspielsommer-Leipzig:
Das Leben – ein Fest von Bettie I. Alfred ist ein Hörspiel, das einen vom ersten Moment an hinein zu ziehen vermag in den eigenen Kosmos seiner Geschichte, dem Kuriositätenkabinett der Beziehung zwischen Mann und Frau. Ein Paar, das auf den Hund gekommen ist.

Ein auf allen Ebenen kunstvoll gefertigtes Hörereignis.
Kai Grehn, Hörspielmacher

Bestes Langhörspiel – Hörspielsommer, Leipzig  2018