Peter Ewig

Der unsichtbare Raum — das ist der Begegnungsraum, Kommunikationsraum, in dem Kunst als Nahrung stattfindet, stattfinden kann und aktiviert ist.
In diesem Raum reicht es nicht aus, etwas gut zu machen, perfekt zu formulieren, oder um den Geschmack zu provozieren, etwas entgegengesetzt der Erwartung zu kreieren, wie wir es in der Vergangenheit moderner Kunst und danach bis heute
ausreichend gewürdigt haben in der Kunstgeschichte Das ist heute mehr als kontraproduktiv —

Abgetrennte künstlerische Impulse im gefestigt unbewussten Umfeld, Sammler-Umfeld verkommen alle zur Ware oder zum Fetisch ohne echte Teilhabe. Irgend etwas gut zu finden bringt uns nicht mehr weiter — es zu erfahren eher schon..
da darin schon Ansätze eines Feldgedankens und Leben enthalten sind.

Meine Arbeit beginnt innerhalb diesen Feldes, in dem Resonanzräume Teil der Arbeit, eines Beziehungs-Geflechts sind.
Über die intentionale qualitative Ausprägung eines singulären Placebos (Kunstwerk) hinaus entsteht eine Raumbeziehung, ein Involviertsein, mit dem wir direkt in unserer Lebensform betroffen sind, wenn wir aktiviert und offen sind.
Das ist, wäre das Ende von Unterhaltung, als Teil einer mangelnden wirklichen Aufgabe. Das ist eine Teilhabe, die jeder selbst aktiviert oder nicht.
Dieser unsichtbare Raum bleibt durchaus unsichtbar, ist absolut unfotogen und somit gegenwärtig kaum verhandelbar, nehmen wir uns alle weiterhin so zurück, wie bisher.
Wir haben uns Resonanzräume geschaffen, die uns von uns und der Nahrung durch Kunst ablenken. Unsere Verweigerung Teil zu haben wird dadurch endlos reproduziert und hinterlässt auch in der digitalen Welt einen verlässlichen und für uns alle sichtbaren Abdruck.

Peter Ewig
Probekörper, Placebo

2–bändiger Katalog,
jeweils 22 Seiten, Farbe
Format 21 x 15 cm
Preis 18,-­ Euro
ISBN 978-3-942864-47-3
erscheint im August 2022

 

supported by kunststiftung NRW
and supported projects by stiftung kunstfonds, bonn

Peter Ewig arbeitet an Placebos. Der zweibändige Katalog dokumentiert  Ausstellungen, Installationen, Performances und die photographische Arbeit 2019 bis 2022. 

Erstmalig fließen nun Ewigs Texte und Poems in deutsch und englischer Übertragung in eine Monografie ein. In den “untitled writings“ formulieren sich theoretische Reflektionen,  ergeben sich biographische Verknüpfungen; darin etabliert sich ein eigener Sprachraum, seiner Idee des Placebos entsprechend – einer potentiellen qualitativen Energie innerhalb eines Feldes, in der alles Probekörper ist.

Probekörper, ein Begriff aus der Physik, geht von einem Kraftfeld aus, dessen Feldstärke auf einen Körper eine Kraft ausübt. Die Kraft hängt vom Ort des Probekörpers und von seiner Ladung in Bezug auf diese Wechselwirkung ab.

Über die qualitative Ausprägung eines singulären Werkes hinaus entsteht in Ewigs Arbeit eine Raumbeziehung. Seine Arbeit provoziert, dass man sich selbst in Beziehung setzt, so dass unsere eigene menschliche Verfassung als Bezugspunkt in einem installativen Feld aktiviert wird.

Peter Ewigs Arbeiten erscheinen in dieser Hinsicht nie gänzlich ausformuliert. Sie weisen Leerstellen auf, dienen immer auch als Projektionsfläche in einem installativen Feld.

KATALOG 

PETER EWIG  

PLONGÉE

Peter Ewig, it seems to me, is interested in faces.
The faces of people. But also the faces of things. […] 

A face is a side. It’s a surface. It’s a modality of engagement – 
a positioning, a directionality, a mode of communication.  

But a face is also a coincidence, an accidentality,
an unintended effect and uncontrollable affect. […]

aus: Face to face, Timotheus Vermeulen
Katalogtext

PLONGÉE, französisch für Tauchgang, ist zugleich filmischer Begriff für die Vogelperspektive. Der Katalogtitel impliziert Pole, öffnet das Feld, in dem sich Peter Ewigs Arbeit bewegt.
Die Performance Mind Bridge (2015) verknüpft eine telepathische Verbindung zweier Personen mit den Museen, in denen sie sich befinden (Zagreb und Düsseldorf).
So wird das Museum of Contemporary Art, Zagreb zum Sender und die Kunsthalle Düsseldorf zum Empfänger.
Diese erste umfassendere Monographie zu Peter Ewigs Arbeit dokumentiert das Ineinanderwirken von Video, Performance, Plastik und Zeichnung von 2012–2017, mit Referenzpunkten und Querverweisen zu davor liegenden Werken und Ewigs fotographischer Arbeit.

PLONGÉE, French for dive, is a cinematic term for bird‘s eye view also. The catalog explores the work connecting the private realm and space as defined by art – the reciprocal transition from one to the other, be it from the intimate to the public or from the inner to the outer.
A telepathic connection between two persons intertwined with the two museums, in which they are located – thus the Museum of Contempory Art, Zagreb becomes the transmitter and the Kunsthalle Düsseldorf becomes the recipient (MIND BRIDGE, 2015).
The book suggests the interplay of video, perfomance, sculpture and drawing from 2012-2017, with references to earlier pieces and Ewigs photographic work.

Katalog Release: 29. Mai 2018, Nachtfoyer, Kunsthalle Düsseldorf;
Verlagspräsentation mit Artist Talk: 16. Juni 2018, 19.30h im onomato ev
2018, Onomato Verlag / Birkenstrasse 97

Es erscheint eine Vorzugsausgabe, der ein Video und ein signierter fotographischer Abzug beiliegt.
unbetitelt / Plongée, 2018, 1 Kanal HD Video, 02:13
unbetitelt / Plongée, 2018, photographischer Abzug  / 4 Video Stills, 40 x 69 cm

Autor: Timotheus Vermeulen
Grafik: Andreas Tetzlaff
Bildbearbeitung: Henning Krause
Sprache: englisch
90 Seiten / 61 Farbabbildungen
Format:  18,5 x 26 cm  /  ISBN 978-3-944891-66-8

Peter Ewig, untitled sequence shot #2, 2009  /  hd-Video, 2h 20’ 39’, Video Stills

Peter Ewig, unbetitelte Leiter / In meinem Kopf Zikkurate, 2010

Peter Ewig, MIND BRIDGE, 2015
zweiteilige Performance, Museum of Contemporarx Art, Zagreb / Kunsthalle Düsseldorf

Peter Ewig, UNTITLED FORMANTS, 2016, Akustische Gitarren (bodies)